Einfach anfangen.
Ich kann ziemlich viel denken. Und ziemlich schnell.
Das ist bei einer Stegreifrede nicht immer hilfreich. 😎
Da stehe ich mit dem Mikrofon, bekomme ein Thema und mein Kopf legt los:
„Was wäre ein guter Einstieg?“
„Hast du dazu überhaupt eine Geschichte?“
„Vielleicht lieber etwas Lustiges?“
„Oder doch seriös?“
Und während ich innerlich noch die Redaktionskonferenz leite, läuft draußen längst die Uhr.
Bei unserer 60-Sekunden-Challenge im Bodenseeforum wurde mir wieder klar, was mir selbst am meisten hilft: Nicht mit mir diskutieren. Anfangen.
Ich nehme den ersten Gedanken, der auftaucht, und sage ihn laut. Der Satz muss noch nicht brillant sein. Er braucht nur eine wichtige Eigenschaft: Er muss raus.
Denn sobald ich spreche, kommt meistens der nächste Gedanke. Dann ein Beispiel. Dann entsteht eine kleine Geschichte. Und plötzlich sind 60 Sekunden vorbei. Das ist für mich eine der schönsten Erfahrungen beim freien Reden:
Ich muss vorher noch nicht wissen, was ich am Ende sagen werde.
Ich brauche nur den ersten Satz. Genau das möchte ich bei den Rheinsprechern Konstanz trainieren: weniger innere Redaktionssitzungen. Mehr Mikrofon.
Am 9. November geht es los.
Und ich werde mir vermutlich selbst wieder sagen: Nicht diskutieren. Reden. 😎

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